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Der Kampf der Milchbauern
Posted on Jun. 28, 2008 at 2:12 AM
Milchbauer in der Europäischen Union zu sein, ist für die, die es wirklich sind ein harter Kampf, für andere ist diese Profession etwas für Faulpelze, die sich nur über Gemeinschaftssubventionen erhalten. Kürzlich erst streikte die ganze Milchbauernriege, um höhere Subventionen zu erhalten, da ihre wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit anders nicht mehr zu gewährleisten ist. Etwas, das ja auch durchaus im Interesse der Union liegen sollte. Jedoch sind die Forderungen von einem marktwirtschaftlichen Standpunkt her absolut unhaltbar, denn Unmengen an Geld in die eigenen Produkte zu pumpen, sodass diese gegen stärkere Konkurrenz überlebt, klingt nicht nur nach einem nicht gerade effizienten Kreislauf. Auf Dauer wird diese Unterstützung kaum tragbar bleiben, dennoch streiken die Milchbauern für höhere Subventionen und die Erlaubnis stärkerer Produktion, sollten aber dabei verstehen, dass sie sich selbst mit diesen protektionistischen Ambitionen nicht helfen. Denn sollten einmal die Unterstützungen gestrichen, ja nur gekürzt werden, würden sie in Null-Komma-Nix vor dem Ruin stehen. Natürlich sind Milchprodukte wichtig, für Muskelaufbau, für die Knochen oder auch die Verdauung, aber dafür das (sozial-)kapitalistische System zu unterwandern kann nicht die Lösung sein.
Selbstverständlich enthält die Milch Kalzium, das Joghurt wichtige Bakterienkulturen, Molkeprodukte das Whey-Protein, Käse andere Eiweiße und so weiter. Die Liste könnte beinahe endlos fortgesetzt werden, doch ist dies alles kein Argument, gerade der heimischen Produktion so unter die Arme zu greifen. Das einzig wirklich schlagende Argument ist eben, dass es um die heimische Wirtschaft geht, die zwar nicht gerade auf dem Bauernstand aufgebaut ist, der aber trotzdem viele Arbeitsplätze und somit vielen Bürgern den Wohlstand sichert.
Zudem muss man gerade als Österreicher die unglaublich hohe Qualität unserer Milcherzeugung schätzen und deshalb auch zumindest vordergründig unrentabel versuchen, diese Standards zu halten und abzusichern. Vielleicht sollte man also den Milchbauern doch nicht Gier und Maßlosigkeit vorwerfen, sondern zuerst die Folgen des Verschwindens dieses Standes überdenken und abzusehen versuchen.
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